Ehrenamtsprojekt Bürgerinitiative für die Neugestaltung des Kreisverkehrs Lichtenau
Bei diesem Projekt handelt es sich um ein rein ehrenamtliches Projekt.
Hier finden sich alle Informationen der Bürgerinitiative WILDE VIELFALT LICHTENAU und das ehrenamtliche Projekt zur Umgestaltung des Kreisverkehrs in Lichtenau
1) Warum wir uns gegründet haben
Warum nicht selbst etwas tun anstatt nur zu kritisieren. Warum sich nicht direkt für mehr blühendes Grün in Lichtenau einsetzen? Das fragten sich 2025 einige Menschen in Lichtenau, u.a. Dr. Katrin Korth von Korth StadtRaumStrategien und gründeten die Bürgerinitiative „Wilde Vielfalt für Lichtenau“.
Zusammenfassung
Mit seiner liebevoll und aufwendig gebauten Burg ist der ein Wahrzeichen für Lichtenau. Doch trotz seiner aufwendigen Gestaltung hat der Kreisel in Lichtenau offensichtliche Defizite. Die Pflege ist aufwendig. Die Flächen werden mindestens aller zwei Wochen kurz gemäht und im Sommer intensiv gewässert. Die Pflege kostet ca. 6.000 EUR jährlich, wenn man alle Leistungen des Betriebshofes inclusive der Maschinen einbezieht. Das ist viel Geld.
Mit unserem ehrenamtlichen Projekt wollen wir den Kreisel als naturnahe Staudenfläche umgestalten. Neben den Vorteilen für die Biodiversität kommen naturnahe Staudenflächen besser mit Trockenheit und Hitze klar. Die Pflegekosten werden nach der Umgestaltung deutlich geringer. Wir werden als Initiative die Pflege übernehmen.
Wir haben die Planung kostenfrei und ehrenamtlich erbracht und werden die Arbeiten komplett in Eigenleistung erbringen. Dazu gibt es Spenden (Finanzspenden und Sachmittel bzw. Materialien). Der Gemeinderat hat beschlossen, das Projekt mit 7.000 EUR aus den Pauschalmitteln zu bezuschussen, sofern ausreichend weitere Spenden eingehen. Bereits nach etwas mehr als einem Jahr sind diese Kosten wieder reingeholt, weil für die Stadt keine Pflege mehr anfällt. Anschließend spart die Stadt Kosten ein. In Zeiten sehr angespannter Haushaltslagen finden wir das ein gewichtiges Argument.Eine klassische win win Situation. Von den 7.000 EUR werden ausschließlich Pflanzen und einige Materialien bezahlt. Alles andere ist ehrenamtlich.
Hinergrund
Der Kreisel wirkt grün, hat aber zwei recht große versiegelte Flächen, die mit viel Beton gestaltet wurden, damit möglichst wenig „Unkraut“ wächst. So ist auch unter den Flächen mit den Kieseln Beton. Die Unkräuter wachsen trotzdem. Aus ökologischer Sicht ist Rasen nachteilig, denn er ist artenarm. Im weiter fortschreitenden Klimawandel (Stichworte Hitze und Dürre) sind Flächen, die wie der Lichtenauer Kreisel gestaltet wurden, sehr anfällig und sie liefern kaum einen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität. Hier hat sich mittlerweile das Verständnis für Grün in den letzten Jahren geändert. Deshalb hat das Land Baden-Württemberg in den letzten Jahren die Pflegevorgaben für die Straßenmeistereien verändert. In der Folge ist vielerorts vielfältiges Straßenbegleitgrün entstanden. Die mit heimischen Wildstauden gestalteten Flächen sind auch hinsichtlich des fortschreitenden Klimawandels sehr gut geeignet, denn sie funktionieren auch bei Trockenheit und Dürre. Der Pflegeaufwand ist deutlich geringer, es muss nicht mehr gewässert und nur wenig gemäht werden.

An diesem Punkt setzt die Idee unserer Bürgerinitiative „Wilde Vielfalt für Lichtenau“ an: wir wollen den Kreisverkehr verschönern und einen artenreichen, blühenden und mit heimischen Wildstauden und Sträuchern bepflanzten Kreisel gestalten. Unsere Initiative besteht aus Bürgerinnen und Bürgern aus der Kernstadt Lichtenau und den Ortsteilen. Einige von uns beschäftigen sich beruflich mit Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Gartenbau. In unserem Team ist auch der örtliche Gartenbaubetrieb. Uns eint das Ziel, Lichtenau bunter und blühender zu machen und dabei selbst einen positiven Beitrag für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu leisten. Unsere Initiative will nicht nur die Umgestaltungsmaßnahme selbst durchführen, sondern in den Folgejahren auch die Pflege übernehmen. Wir sind davon überzeugt, dass nach über 20 Jahren der Kreisverkehr ein Facelifting erhalten sollte, dass die besonderen Gestaltungsmerkmale erhält und verstärkt sowie positiv hinsichtlich, Artenschaut, Klimawandel und Pflege ist.
Beispiel für ein artenreiches Beet mit heimischen Wildstauden:

Abb. artenreiches Wildstaudenbeet in Lichtenau-Scherzheim
2) Unsere Idee
Die Kreisverkehrsfläche ist eine der Flächen in Lichtenau mit viel Potenzial für eine Aufwertung, denn sie ist sehr groß. Sie bietet sich deshalb für eine Gestaltung mit heimischen Wildstauden besonders an. Die geplante Umgestaltung unserer Bürgerinitiative verfolgt mehrere Ziele:
- Förderung der Artenvielfalt durch eine Pflanzung mit heimischen Stauden,
- Förderung der Vielfalt bei den Insekten,
- Besondere Blüh- und Blattaspekte und Schaffung einer besonderen, naturnahen Ästhetik für den Kreisel, die an regionale Traditionen anknüpft,
- Schaffung eines blühenden Wahrzeichens für Lichtenau,
- Anregung zur Nachahmung für die Anlage von Flächen mit heimischen Wildstauden,
- Vereinfachung der Pflege.
Wir haben in den letzten Monaten eine Idee erarbeitet, ein Planungskonzet erstellt und die Kosten berechnet, die es kosten würde, wenn man die Leistungen komplett vergeben würde. Unser Entwurfskonzept haben wir mit der Stadtverwaltung abgestimmt und zur Genehmigung beim Landratsamt eingereicht. Nach ein paar Anpassungen haben alle notwendigen Behörden (Straßenbauamt, Polizeibehörde und Regierungspräsidium) zugestimmt. Damit war der Weg in den Gemeinderat offen.
Folgende Bausteine beinhaltet unsere Idee:
Gestaltung mit heimischen Wildstauden und heimischen Sträuchern: dabei soll zu möglichst vielen Zeiten Blühaspekte sichtbar sein, durch unterschiedlich blühende Staudne, Rosen oder auch Sträucher wie die Felsenbirne
Im ersten Schritt werden die vorhandenen betonierten Befestigungen ausgebaut und die Rasensode abgeschält. Anschließend wird die Kreiselmitte moderat um bis zu ca. 0,30 m erhöht. Die Flächen werden modelliert, so dass eine erhöhte Mitte und gleichzeitig Mulden entstehen, in denen das Regenwasser direkt versickern kann und nicht auf die Straße läuft. Eingebracht werden torffreier Oberboden sowie Sand und feiner Kies aus dem benachbarten Baggersee, niedrige, bis zu 20 cm hohe Totoholz-Faschinen, niedrige Palisaden mit max. 30 cm Höhe und grober Kies bzw. kleinere Steine. Das ist eine Vorgabe der Straßenbauverwaltung beim Landratsamt. Gestalterisch nachempfunden werden die beiden Bäche Acher und Schwarzwasser sowie die wilde Rheinaue mit ihren Kopfweiden und Wildstaudenflächen. Die Kopfweiden erinnern zudem an die Tradition der Korbmacherei, die im 19. Jahrhundert durch Großherzig Friedrich I. von Baden in Lichtenau und den Ortsteilen initiiert wurde. Die Bepflanzung erfolgt mit heimischen Wildstauden und Gräsern mit Wuchshöhen von 0,50 bis 0,70 m. Am äußeren Rand verbleibt ein 1,25 m breiter Streifen, der mit niedrigen, bodendeckenden Stauden, wie z.B. Feldthymian bepflanzt wird. In die Flächen werden Sträucher eingestreut, die der Fläche Struktur geben – Kopfweiden, heimische Wildrosen, heimische Felsenbirne.
Die Burg wird selbstverständlich nicht verändert. Durch die Modellierung der Kreiselfläche und die leichte Erhöhung werden die Burg und die Bäume besser in die Gesamtgestaltung integriert.

Abb. Kreisverkehr im heutigen Bestand

Abb. Entwurfskonzept
3) Die Kosten
Wir erbringen den Umbau in Eigenleistung und ehrenamtlich. Mit dem Zuschuss der Stadt in Höhe von 7.000 EUR werden die Pflanzen und einige Materialien bezahlt. Für alles andere haben wir Spender.
Zusätzlich haben wir zum Vergleich die Gesamtkosten so ermittelt, als würde die Stadtverwaltung Planung und Bauleistung extern vergeben. Nach dieser Berechnung würde die Umgestaltung ca. 40.000 EUR brutto kosten. Diese Umbaukosten spart sich die Stadt. Wir erbringen als Initiative und mit unseren Eigenleistungen also einen geldwerten Betrag von 33.000 EUR. Wir finden es aus Transparanzgründen richtig, dies so darzustellen. Der Gemeinderat der Stadt Lichtenau hat sich bereit erklärt, die Umbaumaßnahmen mit 7.000,00 EUR zu unterstützen. Der Bauhof will die Maßnahme selbst mit Bauhofleistungen unterstützen. Sand und Kies kommen aus dem Kieswerk in Helmlingen, der Transport wird gespendet. Für einen Teil der notwendigen Maschinenstunden liegen Spendenzusagen vor. Auch Materialien wie Steine und Holz werden gespendet. Alles andere erbringen wir als Initiative in Eigenleistung.
4.) Beschluss des Gemeinderates der Stadt Lichtenau
Am 23.04.2026 haben wir die Planung im Gemeinderat vorgestellt. Der Gemeinderat hat unser Konzept sehr wohlwollend aufgenommen und bei einer Enthaltung einstimmig für die Umgestaltung gestimmt. Wir haben die Vorlage aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung, die Maßnahmenbeschreibung und den Zeitungsartikel beigefügt.
Zeitungsartikel aus dem ABB PAGE-740797
Kreisel Lichtenau Maßnahmenbeschreibung 20260414_B
5.) Wie geht es weiter
Aktuell werben wir um Spenden und bereiten die Realisierung vor. Wir wollen die Umgestaltung im Juni durchführen. Du willst/Ihr wollt uns unterstützen? Mit Arbeitskraft oder einer Spende oder gutem Zuspruch? Dann bist Du/seid Ihr herzlich willkommen.

