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Bürgerinitiative für die Neugestaltung des Kreisverkehrs Lichtenau

Hinweis: Hier finden sich chronologisch alle Informationen der Bürgerinitiative WILDE VIELFALT LICHTENAU und die Umgestaltung des Kreisverkehrs in Lichtenau

1) Warum wir uns gegründet haben

Warum nicht selbst etwas tun anstatt nur zu kritisieren. Warum sich nicht direkt für mehr blühendes Grün in Lichtenau einsetzen? Das fragten sich 2025 einige Menschen in Lichtenau und gründeten die Bürgerinitiative „Wilde Vielfalt“.

Die Gestaltung von Straßenrändern und Grünflächen entlang von Ortsdurchfahrten bewegt viele Menschen stark. Das ist auch in Lichtenau so. Tatsächlich wird die Gestaltung und Pflege von blühenden Beeten in Lichtenau oft in Eigenleistung erbracht. So gibt es in Muckenschopf mit den Inselhühnern und in Scherzheim mit den Kleeblattfrauen Initiativen sowie weitere Privatpersonen, die sich für die schöne Ortsbilder einsetzen. In der Kernstadt gibt es das nicht. Gleichzeitig fahren und gehen wohl fast alle in Lichtenau regelmäßig durch den Kreisverkehr. Mit seiner liebevoll und aufwendig gebauten Burg ist der ein Wahrzeichen für Lichtenau.

Trotz seiner aufwendigen Gestaltung hat der Kreisel in Lichtenau offensichtliche Defizite. Die Pflege ist aufwendig. Die Flächen werden mindestens aller zwei Wochen kurz gemäht und im Sommer intensiv gewässert. Die Pflege kostet ca. 6.000 EUR jährlich, wenn man alle Leistungen des Betriebshofes inclusive der Maschinen einbezieht. Das ist viel Geld. Der Kreisel wirkt grün, hat aber zwei recht große versiegelte Flächen, die mit viel Beton gestaltet wurden, damit möglichst wenig „Unkraut“ wächst. So ist auch unter den Flächen mit den Kieseln Beton. Die Unkräuter wachsen trotzdem. Aus ökologischer Sicht ist Rasen nachteilig, denn er ist artenarm. Im weiter fortschreitenden Klimawandel (Stichworte Hitze und Dürre) sind Flächen, die wie der Lichtenauer Kreisel gestaltet wurden, sehr anfällig und sie liefern kaum einen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität. Hier hat sich mittlerweile das Verständnis für Grün in den letzten Jahren geändert. Deshalb hat das Land Baden-Württemberg in den letzten Jahren die Pflegevorgaben für die Straßenmeistereien verändert. In der Folge ist vielerorts vielfältiges Straßenbegleitgrün entstanden. Die mit heimischen Wildstauden gestalteten Flächen sind auch hinsichtlich des fortschreitenden Klimawandels sehr gut geeignet, denn sie funktionieren auch bei Trockenheit und Dürre. Der Pflegeaufwand ist deutlich geringer, es muss nicht mehr gewässert und nur wenig gemäht werden.

An diesem Punkt setzt die Idee unserer Bürgerinitiative „Wilde Vielfalt für Lichtenau“ an: wir wollen den Kreisverkehr verschönern und einen artenreichen, blühenden und mit heimischen Wildstauden und Sträuchern bepflanzten Kreisel gestalten. Unsere Initiative besteht aus Bürgerinnen und Bürgern aus der Kernstadt Lichtenau und den Ortsteilen. Einige von uns beschäftigen sich beruflich mit Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Gartenbau. In unserem Team ist auch der örtliche Gartenbaubetrieb. Uns eint das Ziel, Lichtenau bunter und blühender zu machen und dabei selbst einen positiven Beitrag für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu leisten. Unsere Initiative will nicht nur die Umgestaltungsmaßnahme selbst durchführen, sondern in den Folgejahren auch die Pflege übernehmen. Wir sind davon überzeugt, dass nach über 20 Jahren der Kreisverkehr ein Facelifting erhalten sollte, dass die besonderen Gestaltungsmerkmale erhält und verstärkt sowie positiv hinsichtlich, Artenschaut, Klimawandel und Pflege ist.

Beispiel für ein artenreiches Beet mit heimischen Wildstauden:

Abb. artenreiches Wildstaudenbeet in Lichtenau-Scherzheim

2) Unsere Idee

Die Kreisverkehrsfläche ist eine der Flächen in Lichtenau mit viel Potenzial für eine Aufwertung, denn sie ist sehr groß. Sie bietet sich deshalb für eine Gestaltung mit heimischen Wildstauden besonders an. Die geplante Umgestaltung unserer Bürgerinitiative verfolgt mehrere Ziele:

  • Förderung der Artenvielfalt durch eine Pflanzung mit heimischen Stauden,
  • Förderung der Vielfalt bei den Insekten,
  • Besondere Blüh- und Blattaspekte und Schaffung einer besonderen, naturnahen Ästhetik für den Kreisel, die an regionale Traditionen anknüpft,
  • Schaffung eines blühenden Wahrzeichens für Lichtenau,
  • Anregung zur Nachahmung für die Anlage von Flächen mit heimischen Wildstauden,
  • Vereinfachung der Pflege.

Wir haben in den letzten Monaten eine Idee erarbeitet, ein Planungskonzet erstellt und die Kosten berechnet, die es kosten würde, wenn man die Leistungen komplett vergeben würde. Unser Entwurfskonzept haben wir mit der Stadtverwaltung abgestimmt und zur Genehmigung beim Landratsamt eingereicht. Nach ein paar Anpassungen haben alle notwendigen Behörden (Straßenbauamt, Polizeibehörde und Regierungspräsidium) zugestimmt. Damit war der Weg in den Gemeinderat offen.

Folgende Bausteine beinhaltet unsere Idee:

Gestaltung mit heimischen Wildstauden und heimischen Sträuchern: dabei soll zu möglichst vielen Zeiten Blühaspekte sichtbar sein, durch unterschiedlich blühende Staudne, Rosen oder auch Sträucher wie die Felsenbirne

Im ersten Schritt werden die vorhandenen betonierten Befestigungen ausgebaut und die Rasensode abgeschält. Anschließend wird die Kreiselmitte moderat um bis zu ca. 0,30 m erhöht. Die Flächen werden modelliert, so dass eine erhöhte Mitte und gleichzeitig Mulden entstehen, in denen das Regenwasser direkt versickern kann und nicht auf die Straße läuft. Eingebracht werden torffreier Oberboden sowie Sand und feiner Kies aus dem benachbarten Baggersee, niedrige, bis zu 20 cm hohe Totoholz-Faschinen, niedrige Palisaden mit max. 30 cm Höhe und grober Kies bzw. kleinere Steine. Das ist eine Vorgabe der Straßenbauverwaltung beim Landratsamt. Gestalterisch nachempfunden werden die beiden Bäche Acher und Schwarzwasser sowie die wilde Rheinaue mit ihren Kopfweiden und Wildstaudenflächen. Die Kopfweiden erinnern zudem an die Tradition der Korbmacherei, die im 19. Jahrhundert durch Großherzig Friedrich I. von Baden in Lichtenau und den Ortsteilen initiiert wurde. Die Bepflanzung erfolgt mit heimischen Wildstauden und Gräsern mit Wuchshöhen von 0,50 bis 0,70 m. Am äußeren Rand verbleibt ein 1,25 m breiter Streifen, der mit niedrigen, bodendeckenden Stauden, wie z.B. Feldthymian bepflanzt wird. In die Flächen werden Sträucher eingestreut, die der Fläche Struktur geben – Kopfweiden, heimische Wildrosen, heimische Felsenbirne.

Die Burg wird selbstverständlich nicht verändert. Durch die Modellierung der Kreiselfläche und die leichte Erhöhung werden die Burg und die Bäume besser in die Gesamtgestaltung integriert.

Abb. Kreisverkehr im heutigen Bestand

Abb. Entwurfskonzept

3) Die Kosten

Wir haben die Gesamtkosten zunächst so ermittelt, als würde die Stadtverwaltung Planung und Bauleistung extern vergeben.  Nach dieser Berechnung würde die Umgestaltung ca. 40.000 EUR brutto kosten. Wir finden es aus Transparanzgründen richtig, dies so darzustellen. Die tatsächliche Gestaltung wird deutlich günstiger, denn wir erbringen das Meiste in Eigenleistung. Die Stadt Lichtenau hat sich bereit erklärt, die Umbaumaßnahmen mit 7.000,00 EUR zu unterstützen. Der Bauhof will die Maßnahme selbst mit Bauhofleistungen unterstützen. Sand und Kies kommen aus dem Kieswerk in Helmlingen, der Transport wird gespendet. Für einen Teil der notwendigen Maschinenstunden liegen ebenfalls Spendenzusagen vor. Aus der Initiative selbst liegen bereits 12.000,00 EUR Spenden, Planungsleistungen sowie Leistungen bei den Materialien und Pflanzen vor. An Eigenleistungen im Rahmen der baulichen Umsetzung können rund weitere 9.000,00 EUR (geldwerte Leistung) eingebracht werden. Aktuell laufen verschiedene Spendenanfragen bei Bürgerinnen und Bürgern, Firmen und Institutionen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die erforderliche Summe der Gesamtkosten aufgebracht werden kann. Unser Ziel ist, ca. 5.000 EUR Spenden einzuwerben und wir haben bereits eine ganze Reihe von Zusagen.

Die zukünftigen Pflegekosten werden sehr gering, wir schätzen zwischen 500 und 750 EUR. Außerdem werden wir als Initiative die Pflege übernehmen. Damit sind die durch die Stadt eingesetzten Mittel in maximal 2 Jahren ausgeglichen. Anschließend spart die Stadt Kosten ein. In Zeiten sehr angespannter Haushaltslagen finden wir das ein gewichtiges Argument.

4.) Beschluss des Gemeinderates der Stadt Lichtenau

Am 23.04.2026 haben wir die Planung im Gemeinderat vorgestellt. Der Gemeinderat hat unser Konzept sehr wohlwollend aufgenommen und bei einer Enthaltung einstimmig für die Umgestaltung gestimmt. Wir haben die Vorlage aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung, die Maßnahmenbeschreibung und den Zeitungsartikel beigefügt.

Zeitungsartikel aus dem ABB PAGE-740797

GR 20260423 TOP7 Text

Kreisel Lichtenau Maßnahmenbeschreibung 20260414_B

5.) Wie geht es weiter

Aktuell werben wir um Spenden und bereiten die Realisierung vor. Wir wollen die Umgestaltung im Juni durchführen. Du willst/Ihr wollt uns unterstützen? Mit Arbeitskraft oder einer Spende oder gutem Zuspruch? Dann bist Du/seid Ihr herzlich willkommen.

 

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